Noch´n Manifest

Unter dem Titel ‚Manifest der Digital Natives‘ richten die Autoren Robert Dürhager und Timo Heuer ihr Manifest an alle, die mit ihnen kommunizieren oder kollaborieren möchten und machen damit transparent, wie sie ihre virtuelle (Arbeits-) Welt sehen. Sehr symphatisch wie ich finde und inhaltlich nah am Cluetrain Manifest.

Dem Netz gehört die Zukunft

„Wie jedes Medium hat auch das Internet seine Schwächen. Durch Interaktivität und Vernetzung lässt sich jedoch Transparenz aufbauen, weswegen das Internet den anderen Massenmedien überlegen ist. Die Möglichkeit der polydirektionalen Kommunikation ermöglicht es zudem ein vielfältigeres Abbild der Wirklichkeit zu liefern, was das Internet zum passenden Medium einer postmodernen Welt macht. Das Netz etabliert sich zu Recht als Leitmedium und dessen offene Kultur eignet sich wie keine Andere als Maßstab für eine gerechte Gesellschaft der Zukunft.“

Da bin ich doch ganz bei den Autoren und suche weiter nach Bibliotheken in Deutschland, die diesen Beispielen folgen und die ihre Sprache und ihre Angebote an die veränderten Bedarfe und Erwartungen anpassen. Mal schauen, ob ich auf dem Bibliothekartag fündig werde, dann werde ich auf jeden Fall davon berichten.

Building Hyperlinked Communities

Gerade stieß ich auf eine sehr schöne Präsentation von Michael Stephens mit dem Titel „Building Hyperlinked Communities“. Grundlage ist das Buch von Seth Godin Tribes: We Need You to Lead U, das einen Blick darauf wirft, wie sich Gemeinschaften und Gesellschaften durch das Internet verändern.

Tribes

Nun gibt es  eine ganze Reihe von wirklich guten Beiträgen dazu, wie Bibliotheken und Bibliothekare im Sinne von „2.0“ offen, sozial, transparent usw. agieren sollten. Wie aber sieht es in der Realität aus? Besonders bei uns in Deutschland?

Vortrag Lawrence Lessig: „copyright war“

Am 15.05. gab es einen Vortrag vom Gründer der Creative-Commons-Initiative, Lawrence Lessig, in Berlin. Der Vortrag ist abrufbar und es lohnt sich außerordentlich, diesen leicht verständlichen und spannenden Ausführungen zu folgen.

Mr Lessig bringt es auf den Punkt: mit dem Verbot des filesharing und „Verstößen“ gegen bestehende copyrights wird eine ganze Generation kriminalisiert.

Meine Woche der Manifeste

In diesem Jahr feiert das Cluetrain-Manifest zehnjähriges Jubiläum. Ich habe das zum Anlass genommen das Buch noch einmal zu lesen und konnte feststellen, dass der Inhalt nicht an Aktualität verloren hat. Leider kann ich mich an keine Diskussion darüber in der deutschen Bibliothekslandschaft erinnern. Auch das Jubiläum ist hierzulande nur von Wenigen wahrgenommen worden. In den USA dagegen fanden sich unter dem Titel cluetrainplus10 diverse Blogger – unter anderem auch Bibliothekare –  zusammen, um das Manifest (noch einmal?)  zu unterzeichnen.

cluetrain_cover

Nach dem allseits bekannten Librarian´s 2.0 Manifesto von Laura Cohen (hier die deutsche Übersetzung von Patrick Danowski) stieß ich auf ich ein weiteres Manifest (genau genommen handelt es sich hierbei weniger um ein Manifest, eher um eine Art Leitbild) in der vergangenen Woche, das ich bemerkenswert finde: The Darien Statements on the Library and Librarians

Meine quick-and-dirty-Übersetzung:

Der Zweck der Bibliothek

Der Zweck der Bibliothek ist es, die Intaktheit von Zivilisation zu bewahren

Die Bibliothek hat eine moralische Pflicht ihrem Zweck zu folgen unabhängig von sozialen, umgebungsbedingten oder politischen Einflüssen.

Die Bibliothek ist grenzenlos in ihrer Kapazität Wissen zu bewahren, zusammen zu führen und zu verbreiten; Bibliothekare sind Menschen und vergänglich, deswegen ist es notwendig dass wir zusammenarbeiten um die Dauerhaftigkeit der Bibliothek zu sichern.

Einzelne Bibliotheken dienen der Mission ihrer übergeordneten Bibliothek oder Körperschaft. Der Zweck der Bibliothek aber hat Vorrang vor der Mission, wenn es zu Konflikten zwischen beiden kommt.

Warum wir Dinge tun ändert sich nicht, aber wie wir sie tun wird sich ändern.

Ein klares Verständnis vom Zweck der Bibliothek, ihrer Rolle und der Rolle der BibliothekaInnen ist wesentlich für den Erhalt, das Bestehen der Bibliothek

Die Rolle der Bibliothek

  • Bietet die Möglichkeit für persönliche Entfaltung.

  • Regt die Freude am Lernen an.

  • Befähigt Menschen dazu, ihre zivilen Pflichten zu erfüllen.

  • Befördert menschliche Verbindungen.

  • Erhält und bietet Material.

  • Erweitert das Leistungsvermögen für kreativen Ausdruck.

  • Inspiriert und erhält Hoffnung aufrecht.

Die Rolle der Bibliothekare

  • Sind Verwalter der Bibliothek

  • Verbinden Menschen mit gesicherten Informationen

  • Untersützen Menschen in der Entwicklung ihrer menschlichen und informationellen Netzwerke

  • Wählen aus, organisieren und ermöglichen die Erstellung von Inhalt

  • Schützen den Zugang zu Inhalten und wahren die Freiheit von Information und Redefreiheit

  • Antizipieren, identifizieren und treffen die Bedarfe der Gemeinde, für die die Bibliothek arbeitet

Die Bewahrung der Bibliothek

Unsere Methoden müssen sich rapide ändern um die gewaltigen Umwälzungen in der Informationstechnologie im Bezug auf die menschliche Natur zu verbinden und die Übermittlung und den Konsum von Wissen.

Wenn die die Bibliothek ihren Zweck in der Zukunft erfüllen will, müssen BibliothekarInnen sich auf eine Kultur des andauernden betrieblichen Wandels einlassen. Risiko und Unsicherheit als grundlegende Eigenschaft des Berufes müssen akzeptiert werden. Das Aufrechterhalten des Services für unsere Kunden ist als vorrangige Aufgabe zu betrachten.

Als BibliothekarInnen müssen wir

  • Offenheit, Freundlichkeit und Transparenz zwischen Bibliotheken und Nutzern befördern

  • Barrieren für eine Kooperation zwischen Bibliotheken und jeder Person, Institution oder Einheit innerhalb und ausserhalb der Bibliothek aus dem Weg räumen.

  • Weise darüber entscheiden, was wir nicht tun wollen.

  • Die Verbindungen zwischen Kunden und der Bibliothek pflegen und bewahren

  • Gewonnene Erkenntnisse nutzen, um den Bedarfen der lokalen und weltweiten Gemeinschaft zu dienen

  • Einzelnen beim Erlernen und Nutzen neuer Werkzeuge helfen die sie dazu befähigen einen (sicheren) Weg gesicherten Wissens zu beschreiten

  • Sich im Auftrag der Bibliothek engagieren, wenn ihre Integrität von aussen bedroht ist

  • Maßnahmen unterstützen und befürworten sobald sie dazu angetan sind BibliothekarInnen oder Kunden zu Spitzenleistungen zu führen

  • Die humansten und effizientesten Methoden, Werkzeuge, Standards und Praktiken identifizieren und implementieren

  • Technologien einführen die Informationen offen und frei machen, Technologie verbannen, die dies nicht leistet

  • Willens und bereit sein für die Kompetenz häufige radikale Veränderungen herbei zu führen

  • Engagiere die Besten und lass sie ihren Job machen; trenne dich von Mitarbeitern, die das nicht können oder wollen.

  • Vertraut euch untereinander und vertraut euren Kunden

Wir glauben daran, dass Bürger der Gemeinden ihre zivile Verantwortung ausüben und die Bibliothek bewahren werden.

e-petition gegen Netzsperren geht in den Ausschuss

Die Tagesschau meldet, es haben zwischenzeitlich mehr als 50.000 Bürger die Petition gegen die Sperrung von Internetseiten unterzeichnet. Nun muss sich der Petitionsausschuss mit dem Antrag befassen.

Mit Web 2.0 zum Online-Katalog der nächsten Generation

Die Masterarbeit von Fabienne Kneifel (Fabilouslibrarian) steht zum Abruf bereit.

Interessant finde ich, dass derzeit zwei Frauen mit dem Thema OPAC 2.0 befasst sind, nämlich ausser Fabienne auch Anne Christensen mit dem Projekt beluga aus Hamburg.